
lat. Autographa gamma
Alle Bilder und Texte von Holger Gröschl
Ordnung
Lepidoptera (Schmetterlinge)
Familie
Noctuidae (Eulenfalter)
Größe
Flügelspannweite
35 bis 40 mm
Raupen 30 bis 40 mm lang
Verbreitung
Nordafrika,
Europa
Aussehen
Die Vorderflügel der Gammaeule sind überwiegend graubraun bis dunkelbraun gefärbt und besitzen eine unregelmäßige, kontrastreiche Zeichnung. Besonders auffällig ist ein silbrig glänzendes Zeichen in der Flügelmitte, das an den griechischen Buchstaben Gamma erinnert und der Art ihren deutschen Namen gegeben hat. Die Hinterflügel sind heller und zeigen zum Außenrand hin einen deutlich dunkleren Saum. Der Falter besitzt einen auffallend langen Rüssel, mit dem er auch tief sitzenden Blütennektar erreichen kann. Die Raupe ist überwiegend grün, kann je nach Entwicklungsstadium aber unterschiedlich dunkel erscheinen. Sie besitzt mehrere feine helle Längslinien und eine auffällige Seitenzeichnung. Charakteristisch sind die reduzierten Bauchbeinpaare. Dadurch bewegt sie sich beim Kriechen mit einem deutlich gewölbten Körper und erinnert in ihrer Fortbewegung an eine Spannerraupe.
Lebensraum
Die Gammaeule ist wenig an einen bestimmten Lebensraum gebunden und kommt vor allem in offenen, pflanzenreichen Bereichen vor. Besiedelt werden unter anderem Wiesen, Brachen, Ruderalflächen, Felder, Gärten und Waldränder. Geschlossene Waldgebiete werden dagegen eher gemieden. Aufgrund ihrer großen Mobilität kann die Art auch in Siedlungen und in stark vom Menschen geprägten Landschaften regelmäßig auftreten.
Lebensweise
Die Gammaeule ist sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv. Besonders häufig wird sie in der Dämmerung bei der Nahrungssuche beobachtet, während sie nachts zusätzlich von künstlichen Lichtquellen angelockt wird. In Mitteleuropa können mehrere, teilweise ineinander übergehende Generationen auftreten. Die Art ist für ihre weiten Wanderungen bekannt und kann dabei große Entfernungen zurücklegen. Die Raupen sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber sitzen sie häufig verborgen an der Unterseite von Blättern oder tiefer in der Vegetation und beginnen erst bei Dunkelheit mit intensiver Nahrungsaufnahme. Zur Verpuppung fertigen sie zwischen Blättern ein lockeres Gespinst an.
Nahrung
Die Raupen der Gammaeule sind ausgesprochen polyphag und können sich an einer sehr großen Zahl verschiedener Pflanzenarten entwickeln. Dazu gehören unter anderem Klee, Brennnesseln, Wicken, Labkräuter, Salbei und zahlreiche weitere krautige Pflanzen. Ebenso werden verschiedene Kulturpflanzen wie Kohl, Erbsen, Bohnen, Tomaten, Zuckerrüben und Salat genutzt. Die erwachsenen Falter ernähren sich von Blütennektar und besuchen beispielsweise Disteln, Flockenblumen, Skabiosen und andere nektarreiche Blüten.
Sonstiges
Die Gammaeule zählt zu den bemerkenswertesten Wanderfaltern unter den europäischen Nachtfaltern. Ihre Wanderungen finden teilweise in mehreren hundert Metern Höhe statt, wobei die Falter günstige Windströmungen nutzen. Auf diese Weise können Populationen im Frühjahr weit nach Norden gelangen und im späteren Jahresverlauf wieder in südlichere Regionen zurückwandern. In geeigneten Jahren kann die Art außerordentlich zahlreich auftreten. Interessant ist außerdem, dass die Raupen durch ihre reduzierte Ausstattung mit Bauchbeinen eine für Eulenfalter ungewöhnliche, deutlich gekrümmte Fortbewegung zeigen.




