Insekt des Monats Juli: Dünen-Sandlaufkäfer

Sprinter im Sand

Paarung von Dünen-Sandlaufkäfern (Foto: Wilfried Vogel)

Die Ordnung der Käfer ist riesig. Allein in Niedersachsen gibt es über 5000 verschiedene Arten. Einige kennt jeder, wie zum Beispiel Marienkäfer und Maikäfer. Auch mit den Gartenlaubkäfern hat schon so mancher auf seinen Rosen Bekanntschaft gemacht. Eine Familie mit 547 Arten in Deutschland bilden die Laufkäfer (Carabidae). Sie kommen in allen Lebensräumen vor und ernähren sich von anderen Insekten, Spinnen, Schnecken und Würmern. Ein paar Arten sind auf Pflanzen als Nahrung spezialisiert.

Im Monat Juli stellen wir einen besonders flotten Käfer vor: den Dünen-Sandlaufkäfer. Um ihn im Garten zu entdecken, braucht es keine Dünenlandschaft, es reicht eine trockene Ecke mit sandigem Boden. Es lohnt sich also, ein Sandbeet anzulegen, um auch dieser Art ein Zuhause zu bieten.

Der Dünen-Sandlaufkäfer ist 10,5 bis 16 mm lang, kupferbraun bis grünlich gefärbt und hat eine cremefarbene Zeichnung auf den Flügeldecken. Auch im Gesicht, auf der Oberlippe und an den großen Beißwerkzeugen ist er cremefarben.

Der Käfer ist flugfähig und kann gut zupacken. Das muss er auch, denn von April bis Oktober ist er stetig auf der Jagd nach kleinen Insekten und Spinnen. Am Kopf fallen die großen Facettenaugen auf und am Körper die langen Beine. Er ist also perfekt für die Jagd ausgerüstet. Er steht mit hohen Beinen auf dem Sand und beobachtet seine Umgebung. Sobald er Beute entdeckt, flitzt er blitzschnell los. Gegen die Geschwindigkeit und die ausgeprägten, kräftigen Beißwerkzeuge hat die potenzielle Beute kaum eine Chance.

Der Feld-Sandlaufkäfer ist aufgrund seiner Färbung gut von dem Dünen-Sandlaufkäfer zu unterscheiden. (Foto: Ingo Heymer)

Wer den Käfer beobachten möchte, braucht etwas Geduld. Er ist sehr scheu, aber gewöhnt sich nach und nach an die Anwesenheit der Menschen. Wenn der Dünen-Sandlaufkäfer nicht im Garten zu finden ist, dann bietet sich ein Ausflug an Binnendünenareale, Heidegebiete oder begehbare Truppenübungsplätze an. Dort gibt es ausreichend Sand, um den Käfer in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Hier lassen sich auch die Larven ausfindig machen, die in einer selbstgegrabenen, ca. 3 bis 4 mm breiten, Röhre als Lauerjäger auf Beute warten. Nähert sich zum Beispiel eine Ameise, schießt die Larve aus der Röhre und packt mit dem Kiefer zu.

Es gibt zwei Käfer, die dem Dünen-Sandlaufkäfer ähnlich sind. Der Wald-Sandlaufkäfer hat ebenfalls cremefarbene Zackenbinden auf den Flügeldecken, diese fallen allerdings schmaler aus. Noch besser lässt er sich allerdings an den kleinen Gruben in den Flügeldecken erkennen. Sie liegen längs der Flügeldeckeln, an der Stelle, wo sich die Flügel auf dem Rücken berühren.
Der andere Käfer, der dem Dünen-Sandlaufkäfer ähnelt, ist der Feld-Sandlaufkäfer. Er ist nicht zu verwechseln, da er grünlich metallisch leuchtet und zudem kupferrote bis grünliche Beine hat.

Steckbrief

Name:Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida)
Lebensräume: Larve in Erdröhre, Käfer auf Sandböden
Vorkommen:ganzjährig, sichtbar April bis Oktober
Aussehen:10,5 bis 16 mm lang, kupferbraun bis grünlich, mit cremefarbenen Flecken auf den Flügeldecken und im Gesicht

Text: Sandra Bischoff und INSA-Team

Titelbild: Wilfried Vogel

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