Der zweite Zählzeitraum ist am 1. Juni gestartet

Für die Teilnehmenden unserer Insektenschutz-Challenge startete am 1. Juni der zweite Zählzeitraum. Sie sind dazu aufgerufen in ihren INSA-Gärten vom 1. Juni bis zum 15. Juli eine Stunde am Stück Insekten zu zählen und zu fotografieren. Wir freuen uns sehr über alle, die für uns in ihren Gärten auf Insektensuche gehen und sind gespannt auf die Entdeckungen! Das Wetter war passend zum Start des zweiten Zählzeitraums wunderbar sonnig.

Zur Beobachtung im eigenen Garten haben wir Insektenarten herausgesucht, die besonders von menschengemachten Lebensräumen profitieren. Sie finden in Gärten eine Zuflucht vor dem Strukturverlust in der Landschaft. Einige Arten sind vielen von Ihnen bestimmt schon bekannt, andere haben Sie möglicherweise noch nicht entdecken können. Mit Hilfe der Beschreibungen und den Bildern auf der Bestimmungshilfe sollte es jedem möglich sein die Zielarten sicher zu erkennen. Die ausführliche Zählanleitung und die Bestimmungshilfe für den ersten Zählzeitraum können Sie hier herunterladen.

Und hier sind unsere fünf Zielarten für den zweiten Zählzeitraum:

Große Wollbiene (Anthidium manicatum)

Bildquelle: Sandra Bischoff

Die große Wollbiene fliegt von Juni bis September und die Weibchen werden 10 bis 13 mm groß. Auf dem Foto ist das weibliche Tier zu sehen.

🌼 Dort kann man das Insekt im Garten finden: Die große Wollbiene ist besonders gerne an Lippen- und Schmetterlingsblütlern 🌸 zu finden, im Garten ist sie meist an Woll-Ziest und Schwarznessel anzutreffen. Das Weibchen schabt Pflanzenhaare zum Nestbau u.a. von Kronen-Lichtnelke, Woll-Ziest, Deutschem Ziest sowie Nachtkerzen, Pippau und Geflecktem Habichtskraut.

Daran erkenne ich das Insekt sicher: Schwarz-gelbe Hinterleibsegmente, Färbung ähnelt einer „pummeligen“ behaarten Wespe; Männchen: etwas größer, hat seitlich am Hinterleib Haarbüschel und am Hinterleibsende drei, nach außen gerichtete, Dornen. Das Weibchen hat eine gelbe Sammelbehaarung am Bauch.

Bienenwolf (Philanthus triangulum)

Bildquelle: Bienenwolf: Von Drahkrub – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=92588989 , Gesichtszeichnung: Von Alvesgaspar – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2571910

Der Bienenwolf fliegt von Juni bis September und er wird 8 bis 17 mm groß. Eine Grabwespenart, die den Nachwuchs mit tierischem Protein in Form von Honigbienen versorgt.

🌼Dort kann man das Insekt im Garten finden: Auf der Jagd nach Honigbienen als Larvennahrung, beim Nestbau in Pflasterfugen und Sandflächen und beim Blütenbesuch an Blüten, deren Nektar sie mit ihren kurzen Mundwerkzeugen erreichen können, z.B. Fenchel und häufig an Flachblättriger Mannstreu (Blaue Edeldistel)

Daran erkenne ich das Insekt sicher: Biene als Beute zwischen den Mundwerkzeugen und weiß-gelbliche Gesichtszeichnung, die wie ein Dreizack aussieht.

Roter Halsbock (Stictoleptura rubra)

Bildquelle: Roter Halsbock: Weibchen: Von Tomasz Górny (Nemo5576) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1074182 , Männchen: Von AfroBrazilian – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63155768

Der Rote Halsbock ist von Mai bis September zu sehen, er kann 10 bis 20 mm groß werden. Er ist einer der häufigsten heimischen Bockkäfer. Bockkäfer-Merkmal: Oft nach hinten gebogene Fühler, die länger als der Körper sind.

🌼Dort kann man das Insekt im Garten finden: Das Männchen sieht man häufig auf Doldenblüten und auf Holz laufend, das Weibchen ist auch an Stämmen und Wurzelstubben von Nadelhölzern zu sehen.

Daran erkenne ich das Insekt sicher: Die Flügeldecken sind einfarbig und laufen nach hinten schmal zusammen und die Fühler sind deutlich gesägt.

Streifenwanze (Graphosoma italicum)

Bildquelle: Streifenwanze: Beate Nicolai

Die Streifenwanze ist von August bis Juni zu sehen und wird 8 bis 12 mm groß.

🌼Dort kann man das Insekt im Garten finden: Die Streifenwanze lebt und entwickelt sich an Doldenblütlern: Wilde Möhre, Pastinake, Engelwurz und Giersch. Im Kräuterbeet oftmals an Fenchel und Dill zu finden.

Daran erkenne ich das Insekt sicher: Rot-schwarze Wanze, die an der Oberseite gestreift und an der Unterseite gepunktet ist. Das typische Wanzendreieck ist hier nur schwer zu erkennen.

Bonusart: Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri)

Bildquelle: Ligusterschwärmer: Von ErRu – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24065711

Die Bonusart können Sie außerhalb der „Beobachtungsstunde“ ab der späten Dämmerung im Garten suchen.

Der dämmerungsaktive Ligusterschwärmer fliegt von Mai bis August und hat eine Spannweite von 90 bis 120 mm.

🌼Dort kann man das Insekt im Garten finden: Früher sehr häufig im Siedlungsbereich an Ligusterhecken zu finden, da der Liguster der Raupe als Futterpflanze dient. Heute sieht man Liguster nur noch selten in Gärten.

Nektarquelle für den Falter: ab der späten Dämmerung aktiv an duftenden Blüten z.B. von Nachtkerzen, Phlox und Geißblatt

Futterpflanze für die Raupe: (Juli bis September): Liguster, Esche, gewöhnlicher Flieder, Spiersträucher, Johannisbeere  

Daran erkenne ich das Insekt sicher: Der Ligusterschwärmer ist ein auffallend großer, ca. 6 cm langer, Nachtfalter mit rot-schwarzen Seitenflecken am Hinterleib und der Brustabschnitt ist von oben gesehen schwarz.

Die verwendeten Bilder wurden im Rahmen der CC-Lizenz beschriftet und zugeschnitten.

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